Too Much

experimental animation | 2014 | 8:13 min | 1 trailer | 7 images | 411 word

Dieser Kurzfilm ist eine experimentelle Mediengroteske, er inszeniert Tele-Kommunikation als mediales Machtspiel. Eine medienkulturelle Schöpfungsgeschichte frei nach Friedrich Nietzsche, wie ihn Michel Foucault las und verstand.
Während der Blick durch die medialen Kanäle switched und mäandert, beginnen diese simultan in eine extatische Überfrachtung abzugleiten. Der mediale Kosmos wird zur obskuren Konfrontation, Bild gegen Ton gegen Inhalt.
Die Untertitel nehmen diese Bewegung auf und beginnen sie zu kommentieren um schließlich eine atmosphärische Textcollage des eingangs genannten Philosophen zu bilden. Eine textliche Kontemplation darüber, wie Kommunikation zur Machtfrage wird, wer den Diskurs bestimmt und den Code der Medien definiert.


English Description

This shortfilm is a disturbing experimental drift and a mediagrotesque about telecommunication as a medial game of powers. With a textcollage freely adapted from Nietzsche how Foucault has red him. While the view wounders through the zapped channels they start drifting into extatic overdrive. The subtitles are translating the medial Noise into an atmospherical Meta. A textual contemplation about how communication is becoming a question of force.

Transkription

Willkommen in der besten Welt, auf die wir hoffen dürfen.Es treibt sich in ihr ein gewaltiges Wesen herum. Diese Gewalt verbirgt sich tief in unserer Kultur. Es ist eine ordnende Gewalt, die unsere Sprache durchzieht. Eine Ordnungsmacht, die jedem unserer Zeichen inne wohnt.
Von dieser Macht wird jeder ergriffen, der sich das Recht nimmt, zu sprechen. Und jede Behauptung provoziert sogleich eine gewaltsame Interpretation. Getrieben von der Absicht, die Zeichen um zudeuten.  Kommunikation ist ein Schlachtfeld voller gewaltsamer Suggestionen.

Am Anfang der Geschichte standen schwache, fliehende Wesen. Sie vegetierten dahin, ohne Klauen, Gebiss oder Hörner. In der Not schärften sie ihren Intellekt. Die Fähigkeit zur Erkenntnis diente den Wesen als Werkzeug um gemeinsame Zeichen zu formen und Frieden zu schließen.
Leider taugte diese Fähigkeit eben so gut zur Täuschung, zur Verstellung und zur List.

Im großen Spiel der Geschichte ging es stets darum, sich der Zeichen zu bemächtigen, und sie zu pervertieren, um sie gegen jene verwenden, die sie zuvor für sich auslegten. Für den inneren Frieden brauchten die Wesen äußere Feindbilde. Dank dieser Täuschung des Selbst, ließ sich alles ertragen…   …ohne auch nur das Geringste erkennen zu müssen.

Denn die Erkenntnis ist mit einer Welt konfrontiert, ohne jede Gliederung und Form, ohne Schönheit oder Weisheit. Sie sähe sich genötigt, diese Ordnung überhaupt erst zu schaffen. Dem Anschein nach, zu viel des Guten.