The green wall

Videoloop | DV | 2009 | 3:05 Min | 1 video | 4 Images | DE | CN

This is calm videowork. A scene filmed like a snapshot of time which is passing by, seen from different views and expectations. The Videowork has been shown at screenings on an excursion of my filmart-class – from the University of Art Braunschweig to China in May 2009. Organ House – Chonqqing / Guangzhou / Iberia Center for Contemporary Art – Beijing.

Deutsche Besprechung

Eine ruhige Videoarbeit. Eine Szene und gefilmt als Momentaufnahme aus verschiedenen Blickwinkeln und Erwartungshaltungen.

Eine Welle aus Grün wiegt sich im tosenden Wind. Wuchtig bäumt sich ein Efeu in unvorhersehbaren Bewegungen auf und ab. Eine andächtige und starre Menschenmenge harrt vor diesem naturgewaltigen Spektakel aus, als erwarte es, wie diese Welle bricht.
Der Mensch ist in verschiedenen Betrachterrollen anwesend, vom schaulustigen Touristen zum professionellen Fotografen über den gaffenden Nachbarn oder Voyeuristen. Die Verlorenheit im Akt der Beobachtung, die von den Akteuren zur Schau gestellt wird, wirkt in Anbetracht der Naturgewalt beinahe naiv. Manch eine Person hat dem Schauspiel gar uninteressiert den Rücken zugewandt. Alle jedoch ergeben sich passiv der Situation. Auf ihren wehenden Bannern und Flaggen, als Mittel des Ausdrucks, der Positionierung oder auch der Demonstration, prangert der wogende Efeuwall, ein ebenso abstrahiertes wie evidentes Bekenntnis der Meute von Spannern zu der reaktionären Haltung, die die Szene suggeriert. Die anfangs vordergründig wahrgenommene grüne Wand rückt in den Hintergrund der Inszenierung. Sie scheint zwischen dem Schauspiel der Erwartungshaltungen und deren herbeigesehnter Erfüllung als ein unüberwindbares Bollwerk errichtet zu sein. So reflektiert die Wand den Blick des Betrachters, wirft ihn auf diesen selbst zurück und stellt vielmehr die Frage danach, wann unser Blick und unsere Art, Dinge zu sehen, sich der Welt tatsächlich öffnen oder wann sie sich zur bloßen Erfüllungserwartung der eigenen Haltung verengen. Trotz der Präsentationsform als Videoloop ist das Werk der Malerei sehr nahe. So schafft der Künstler mit digitalen Mitteln eine szenische Komposition, eine malerische Inszenierung im Medium Video.

Text: Claudia Sommer / Die Arbeit wurde bei Screenings gezeigt während einer China-Exkursion meiner Filmkunstklasse der HBK Braunschweig im Mai 2009. Organ House – Chonqqing / Guangzhou / Iberia Center for Contemporary Art – Beijing

Chinese shortdescription

这是一个很平和的影片。一个场景的快照制作成的,具有不同视角和预期效果的电影质感的画面。