Kanzel

„Pulpit“ | cardboard, hotglue, megaphone | 4 images | 109 words  |  2013

Auch diese Arbeit spielt mit den subtilen Reizen, die unerreichbare Orte und Geschehnisse in der Betrachtung entwickeln können. „Kanzel“ repräsentiert einen solch priviligierten Zustand, jedoch hat die Arbeit weitere Elemente. Bei dem Mikrofon, welches aus dem aufgebrochenen Rumpf der Kartonplastik herab hängt, handelt es sich um die modifizierte Sprechmuschel eines Megafons. Dieses macht den Betrachter mindestens in Form einer Geste zum Aktivisten, ihm wird sozusagen das Wort erteilt und die symbolische Offerte gemacht aus seiner passiven Wahrnehmungshaltung herauszutreten. Dem liegt ein Grundgedanke über Partizipation zu Grunde, der Jens Isensee in vielen seiner Arbeiten umtreibt. Das Objekt versetzt quasi in die Lage, sich Gehör zu verschaffen, nicht zuletzt gegen die hermetische Stille einer Ausstellungssituation. Die Ambivalenz dieser Installation ist die einer Herrschaftsarchitektur oder Institution deren Funktion gegen sich selbst verkehrt wurde.

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