Künstlerischer Ansatz

 

Die Arbeiten von Jens Isensee umkreisen die Kernbereiche interaktive Videoinstallation und installative Plastik. Gemeinsam ist ihnen das Spiel mit dem immersiven und verlockenden Charakter virtueller Räume.  Darüber hinaus widmet er sich in einer Reihe von experimentellen Kurzfilmen gesellschaftlichen oder philosophischen Themen- und Gedankenkomplexen.
Meist handelt es sich bei Isensees Arbeiten um Objekte und Installationen die einen materiellen Teil haben, der aus fragilen Elementen und vergänglichen Alltagsmaterialien wie Karton, Holz und Kunststoff konstruiert wurde. Zusätzlich haben sie oft technische Komponenten, in deren Funktionalität sich eine Transformation klassischer Werk- und Formprozesse in moderne Medien vollzieht.

Ebenso enthusiastisch betreibt er die Hinterfragung von Begrifflichkeiten und Paradigmen der Kunst im sich wandelnden Kontext neuer Medien, wie sie nicht zuletzt Computersoftware und Videospiele darstellen.

„Mein künstlerischer Ansatz unternimmt die Erschaffung künstlicher Objekte und Umgebungen, die sich in Kontrast zum realen Umgebungs- und Ausstellungssraum setzen.“

In der gesellschaftlichen Nutzung scheinen die multimedialen Mittel zur Generierung von neuartigen Wirklichkeitsräumen ihrem Wesen nach vornehmlich flüchtig oder gar eskapistisch zu sein. Hier geht es darum, mit diesen visuellen und technischen Möglichkeiten konfrontierend zu arbeiten. Es geht um eine konzeptionelle Dekonstruktion, eine künstlerische Untersuchung der Wirklichkeitsverschiebungen in Kultur und Denken, wie sie in Zeiten von voranschreitender Virtualisierung und zunehmendem Medienkonsum prognostiziert werden.

Einen besonderen Reiz bildet dabei jener Moment der Interaktion, den moderne Computertechnik und Software initiieren. In diesem Moment treten Objekte aus der Passivität ihrer Ausstellungssituation in einen Zustand aktiver Kommunikation mit dem Betrachter ein. Mal offenbaren sie freimütig ihre Facetten und Essenzen, mal lassen sie sich diese nur widerwillig entlocken und entwickeln so einen artifiziellen Reiz.


 Artistic Concept

Jens Isensee is a multimedia artist who made his art diploma at the University of Art in Braunschweig with honours in 2011. The works of Jens Isensee are mostly software based interactive video installations and installation sculptures with technical elements. What they have in common is the play with the immersive and tempting characteristic of virtual rooms and realities. Additionally he makes experimental short films that are devoted to critical questions of contemporary society and culture.

Usually his objects and installations have a materialistic part made of fragile, everyday life materials like cardboard, wood and plastic, while their technical components make them participative and interactive. Some works establish three-dimensional environments in which he tries a transformation of classic sculpting and form processes into the work field of new media. Similarly he is questioning conceptualities and paradigms of art in the furiously altering context of modern media, not at least represented by recent computer software and video games. In societal use these multimedia tools are used for generating new types of reality spaces which are by their nature volatile or even escapist. These works however are about making use of these visual possibilities in a reflecting and confronting way. It’s an artistic investigation of the reality shift in culture and thinking that comes along with advancing virtualization and increasing media consumption.

A particular appeal is initiated in the moment of interaction, between human and hardware. In this very moment Isensees objects step out of the passivity of their exhibition situation into a state of active communication with the spectator.